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Dach


Bestand

Wie so oft war auch hier das Dach selbst eigentlich in Ordnung. Die Balken, Lattung und Ziegel hätten sicher gut und gerne noch 20 Jahre gehalten.
Komplett kaputt waren dagegen alle Blechverwahrungen, Dachrinnen und Ablaufrohre. Der Dachüberstand wäre zwar einigermaßen ausreichend für die vorgesehene Wärmedämmung an der Fassade gewesen, doch alles in allem hätten zu viele Kompromisse geschlossen werden müssen und daher war schnell klar, dass auch das Dach neu gemacht werden muss

Ziel
Wenn schon - denn schon!
Wie immer im Bestand, wenn ein Bauteil sowieso erneuert werden muss, lohnt es sich in jedem Fall gleich eine optimale Wärmedämmung mit einzubauen.
Wir haben uns für die besonders anspruchsvolle Aufsparrendämmung aus PUR in einer Dicke von 12 cm/WLG 024 entschieden. Diese ergibt einen U-Wert von 0,19 W/m²K und liegt damit weit über der Forderung aus der EnEV 2009 (0,24 W/m²K).
Besonders wichtig bei dieser Art der Dachdeckung ist die absolute Dampfdichtheit. Hier gilt es besonders auf die Anschlussdetails zu achten. Jede Durchdringung, wie z.B. Dachfenster, Kamine usw., aber auch Anschlüsse zur Wärmedämmung an der Fassade müssen geplant und penibel ausgeführt werden. Absolute Spezialisten auf diesem Gebiet sind in unserer Gegend die Firmen Bechstein und Rehm. Da die Firma Bechstein vor kurzem das Dach unseres Geschäfthauses neu gemacht hat, haben wir uns diesmal für die Firma Rehm entschieden. Als Partner in unserem Netzwerk "Lokales Handwerk" ist die Zusammenarbeit vielfach erprobt und Vertrauen steht wie immer am Anfang von allem.

Stand der Dinge
Zuerst musste natürlich das alte Dach inclusive Lattung abgebrochen und entsorgt werden. Auf die sehr gut erhaltenen Dachbalken wurde dann direkt eine 12 mm dicke OSB Plattenschalung geschraubt. Diese dient als Unterlage für die folgende Dampfsperre (auf den Bildern die schwarze Folie). Nach der Verlegung der Dampfsperrfolie einschließlich aller Anschlussdetails wurde die Dämmung aufgebracht. Der große Vorteil ist bei dieser Art der Dachdämmung, dass keinerlei Wärmebrücken eingebaut werden, ähnlich wie bei der Außendämmung an der Fassade.
Auf diese Dämmung wurde dann mit langen Schrauben die Konterlattung für die folgenden Dachlatten geschraubt. Ganz zum Schluss kamen dann die Ziegel drauf. Die notwendigen Blecharbeiten an den Kehlen etc. wurden parallel ausgeführt.

Da witterungsbedingt die Fassadendämmung ins Stocken geriet, können auch die Blechbekleidungen an den Dachüberständen im Moment nicht fertig gemacht werden.

Eins ist aber jetzt schon unglaublich: Die Temperatur unterm Dach sinkt selbst bei unter -10° C Außentemperatur nicht mehr unter +14° C, obwohl das darunterliegende DG nur zur Hälfte beheizt wird, das restliche DG und das 1.OG sind ja bekanntermaßen unbeheizte Baustellen.
Nach einer Thermographie von innen und außen konnte kein Zweifel mehr bestehen, das Dach ist absolut dicht und hat keinerlei Wärmebrücken.
Nach diesen Beobachtungen war ein Entschluss schnell gefasst: Der bislang unausgebaute Dachraum darf in Zukunft nicht ungenutzt bleiben. Die perfekte Dämmung macht es möglich, das Dach mit geringem Aufwand in Wohnraum umzuwandeln. Durch die Aufsparrendämmung kann die Dachkonstruktion sichtbar bleiben, was zum einen Kosten spart, zum anderen immer einen besonderen Flair hat.

Das Dach ist fertig. Das vorbewittertete Zinkblech sieht edel aus und sollte die nächsten Jahrzehnte ohne weiter Pflege standhalten.

Auch an dieser Stelle nochmal herzlichen an die Firma Rehm aus Obertürkheim, die wie immer eine hervorragende Arbeit abgeliefert hat.

 

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